Gemeinde bereitet sich weiter auf mögliche Energiemangellage vor

01. Dezember 2022

Ende Oktober hat die Gemeinde über erste Massnahmen im Zusammenhang mit der Energiemangellage berichtet. Dabei standen verschiedene kleinere und mittlere Sparmassnahmen der Gemeinde im Rahmen der Sparappelle des Bundes im Vordergrund. Es ist dem Gemeinderat ein Anliegen, die Bevölkerung regelmässig über den aktuellen Stand der Vorbereitungen und Massnahmen zu informieren.

Die interne Arbeitsgruppe der Gemeindeverwaltung hat seither die Thematik intensiv weiterbearbeitet. Im Vordergrund standen in dieser Phase drei Themen:

  1. Die Identifizierung der kritischen Prozesse: Welche Herausforderungen stellen sich uns, wenn der Strom plötzlich ausfällt und was kann die Gemeinde (vorbereitend) dagegen tun?
  2. Die Vorbereitung auf mögliche Verbote nicht zwingend benötigter Geräte und Anlagen.
  3. Die Klärung möglicher Massnahmen, falls der Bund Kontingentierungen anordnet.

Vorweg: Es haben sich keine unlösbaren Herausforderungen oder gar potentielle Gefährdungen für Menschen, Tiere oder Sachwerte ergeben. Der Grossteil der Herausforderungen lässt sich mit "organisatorischen" Massnahmen und/oder kleineren technischen Anpassungen lösen. So werden zum Beispiel für Gebäude, die heute über ein rein elektronisches Schliesssystem verfügen, gewisse Zugangspunkte zusätzlich mit einer mechanischen Schliessung ausgerüstet.

Bei der Vorbereitung auf ein allfälliges Verbot nicht zwingend benötigter Geräte und Anlagen haben sich erfreulicherweise auch keine Überraschungen oder gar unlösbare Probleme ergeben. Einzig die Schwimmhalle stellt eine gewisse Herausforderung dar. Sollte der Betrieb verboten werden, müsste die Schwimmhalle stufenweise heruntergefahren werden. Das ist ein aufwändiger technischer Prozess, zu dem es auch externe Unterstützung braucht. Auf die einzelnen Schritte ist man nun aber vorbereitet und kann "im Fall der Fälle" rasch und zielgerichtet handeln.

Etwas komplexer stellt sich die Situation dar, wenn der Bund Kontingentierungen anordnet. Davon wären einerseits Grossbezüger mit einem Verbrauch von mehr als 100'000 kWh/Jahr betroffen und andererseits alle Bezüger, welche den Strom am Markt beschaffen.

In Birsfelden sind das insgesamt sieben Verbraucher: die neue Gemeindeverwaltung, die Schulanlage Kirchmatt inklusive Turn-/Schwimmhalle, das Pumpwerk Schänzli der Wasserversorgung, das Schulhaus Sternenfeld, die alte Gemeindeverwaltung sowie die Sportanlage Sternenfeld und die Sporthalle. Der grösste Energiebezüger ist die Schulanlage Kirchmatt (inklusive Turn- und Schwimmhalle) mit rund 285'000 kWh pro Jahr. Der kleinste die Sportanlage Sternenfeld (inklusive Tribünengebäude, exklusive Sporthalle) mit rund 24'000 kWh pro Jahr.

Auch hier die gute Nachricht vorweg: Bei allen Verbrauchern könnte eine Kontingentierung bis zu 20% - jeweils bezogen auf den höchsten Monatsverbrauch des Vorjahres – gut erreicht werden. Für die Bevölkerung wären die Kontingentierungen jedoch mit gewissen Einschränkungen verbunden: Die Schwimmhalle müsste geschlossen sowie die Nutzung von Sporthalle und Sportanlage Sternenfeld eingeschränkt werden. Aus Sicht des Gemeinderates sind das zwar schmerzliche, aber angesichts der Situation verkraftbare Einschränkungen.

Der Betrieb der kritischen Infrastrukturen der Gemeinde – die Wasserversorgung sowie die Abwasserentsorgung - könnten trotz Kontingentierungen jederzeit gewährleistet werden. Speziell bei der Wasserversorgung bestehen seit jeher Konzepte und "Notfallsysteme". Diese werden in den nächsten Wochen noch punktuell angepasst. Damit kann die lückenlose Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser sichergestellt werden.

Auch die Blaulichtorganisation der Gemeinde – die Feuerwehr, der Zivilschutz und die Gemeindepolizei – können einen durchgehenden Betrieb sicherstellen. Betreffend Alarmierungen – sie liegt in der Verantwortung des Kantons – laufen ebenfalls entsprechende Vorbereitungen. Der Gemeinderat ist zuversichtlich, dass auch hier sachdienliche Lösungen gefunden werden und damit die Sicherheit der Bevölkerung im bestmöglichen Mass gewährleistet sein wird.

In den nächsten Wochen wird die zuständige Arbeitsgruppe die letzte Herausforderung anpacken: die Vorbereitung auf stundenweise Netzabschaltungen. Ein erste Einschätzung zeigt aber auch hier, dass sowohl die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung als auch die Blaulichtorganisationen lückenlos betriebs- respektive einsatzbereit bleiben können. Ebenso die Schulen: gemäss Vorgaben des Kantons muss sichergestellt sein, dass die Schulen nicht geschlossen werden müssen. Gemäss heutigen Erkenntnissen sollte auch das trotz gewisser Herausforderungen umsetzbar sein.

Inwiefern die übrigen Dienstleistungen, insbesondere jene der Gemeindeverwaltung und weiterer Betriebszweige stundenweise Netzabschaltungen überbrücken können, muss in diesem nächsten Schritt ebenfalls erarbeitet werden. Oberstes Ziel wird sein, die zwingend notwendigen Dienstleistungen im geforderten Mass und Umfang sicherzustellen. Sobald die Resultate dazu vorliegen – voraussichtlich Ende Januar – wird der Gemeinderat wieder darüber informieren.

Für die Unterstützung der Bevölkerung beim sorgfältigen Umgang mit Strom respektive Energie im Allgemeinen dankt der Gemeinderat bereits im Voraus.

Gemeinde Birsfelden

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