Geschichte

Birsfelden ist die jüngste Einwohnergemeinde des Kantons Basel-Landschaft. Dennoch hat der Ort eine bemerkenswerte Entwicklung von der einst unberührten Flussmündung bis zur modernen Vorstadt gemacht.

Die archäologischen Funde deuten auf vereinzelte lokale Siedlungstätigkeiten bereits in der Bronzezeit vor ca. 3‘000 Jahren hin. Reste einer Warte belegen zudem eine römische Präsenz vor ca. 2‘000 Jahren. Bis ins Hochmittelalter dürften sich auf dem heutigen Gemeindegebiet nur ganz wenige, einzelne Höfe befunden haben. 

Wie die ganze Hard gehörte das Gebiet zu den jeweiligen Besitzern der Burg Wartenberg bei Muttenz. Über Stiftungen gelangten Höfe und Felder links und rechts der Birs in den Besitz des nahen Klosters St. Alban in Basel. 

Seit mindestens dem 14. Jahrhundert wurde ein Übergang über die Birs errichtet und machte das heutige Gemeindegebiet zu einem Durchgangsort. Noch 1815 zählte dieser Durchgangsort nur fünf Häuser und 41 Einwohner. Im Zeitalter der Industrialisierung wuchs die Bevölkerung entlang dieser Landstrasse, an der seit der Kantonstrennung 1833 Zölle erhoben werden konnten, stetig an. 

Seit 1846 wurde ein eigener Schulbetrieb aufgenommen und per kantonaler Volksabstimmung 1875 erfolgte die Trennung des heutigen Birsfelder Gemeindegebiets von Muttenz. 

Der weit abseits von Muttenz liegende Transitort hatte mittlerweile ein eigenes Selbstverständnis entwickelt. 1887 wurde gar die Eingemeindung in die Stadt Basel diskutiert, doch die arme Ortschaft blieb Grenzgemeinde zum Kanton Basel-Stadt und wuchs in ihrer Eigenständigkeit. 

1903 wurde zum Beispiel eine eigene Wasserversorgung in Betrieb genommen und 1920 landete das erste Flugzeug auf dem damals freien Feld namens Sternenfeld.  Bis 1950 war dieser erste Flughafen in der Nordwestschweiz in Betrieb, musste dann aber zusammen mit dem Birsfelder Hof dem Bau des Rheinhafens und dem Kraftwerk weichen. 

Damit veränderte sich die Erscheinung der Gemeinde nachhaltig und 1958 wurde das erste der heute prägenden Hochhäuser gebaut. Die Gemeinde nahm nach und nach die Erscheinung einer Vorstadt an und plante stets weitere Verdichtungen und Aufwertungen des vorhandenen Lebensraumes. Heute besticht die Ortschaft zwischen der Birs, dem Rhein und der grünen Hard durch ihre gute verkehrstechnische Anbindung und den urbanen Charakter als „Vermittler“ zwischen Stadt und Land. 

Wichtige Jahreszahlen der Birsfelder Geschichte

JahrBeschreibung
1080+Mutmassliche Gründung des ersten Hofs auf heutigem Gemeindegebiet
1384Steg über die Birs wird erwähnt
1425Feste Brücke über die Birs wird erwähnt
1741Erste steinerne Brücke über die Birs wird fertiggestellt
1854Neue Landstrasse (heute Rheinfelderstrasse) wird durch Birsfelden fertiggestellt
1875Gründung der selbstständigen Gemeinde als Abspaltung von Muttenz
1920Erstes Flugzeug landet auf dem „Sternenfeld“
1924Einführung des Birsfelder Wappens
1930Das Luftschiff Graf Zeppelin landet auf dem „Sternenfeld“
1941Das erste Schiff legt im Birsfelder Hafen an
1950Bau des Kraftwerks mit Insel und Schleuse beginnt, Abbruch Birsfelder Hof, Flughafen Sternenfeld schliesst
1958Das erste Hochhaus an der Rheinparkstrasse wird bezogen
1975Erster Banntag wird durchgeführt
1977Die erste Birsfelder Chilbi wird veranstaltet
1990Die „neue“ Birsfelder Fasnacht findet seither jährlich statt
2000125-Jahre Birsfelden Feierlichkeiten
2020Das neue Coronavirus schränkt das Leben aller ein

Das Birsfelder Wappen

Birsfelder Wappen

1924 führte der Gemeinderat auf Vorschlag eines Berner Wappeninstituts das heutige Wappen der Gemeinde ein. Es zeigt auf rotem Grund einen silbrigen Fluss mit goldigen Sternen darunter. Die Elemente symbolisieren die Birs und das damals als Flughafen genutzte „Sternenfeld“. Der Name geht auf einen Flurnamen zurück, der in der Form Sternenacker bereits im 17. Jahrhundert belegt ist.


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