Fair handeln, teilen und Inspiration: Nachhaltigkeit im Alltag
14. Oktober 2026
Nachhaltig konsumieren? Das beginnt meist im Alltag. Dinge weitergeben statt wegwerfen, teilen statt neu kaufen oder beim Einkauf genauer hinschauen: Es gibt viele Möglichkeiten, bewusster mit Ressourcen umzugehen. Als Fair Trade Town möchte Birsfelden zeigen, wie unkompliziert nachhaltiger Konsum sein kann und wie viele Ideen bereits direkt vor unserer Haustür entstehen.
Schon mehr als zwei Jahre ist Birsfelden als Fair Trade Town ausgezeichnet. Damit verbunden ist nicht nur das Bekenntnis zum Fairen Handel. Die Gemeinde möchte auch dazu anregen, Ressourcen bewusst zu nutzen, Dinge im Kreislauf zu halten und nachhaltigen Konsum im Alltag sichtbar zu machen.
Mit dem Fair-Trade-Aktionsmonat im Mai, der Aktion «Aufgabeln! 2026» gegen Lebensmittelverschwendung im September und der Kleiderbörse «Bring und Hol» am 13. und 14. November 2026 werden verschiedene Seiten dieses Gedankens aufgegriffen.
Ausserdem gibt es am 17. Oktober 2026 wieder ein Repair Café in Birsfelden: https://www.repair-cafe.ch/repaircafe/repair-cafe-birsfelden.
Denn Fairness und Nachhaltigkeit kann an vielen unterschiedlichen Stellen beginnen.
Sachen weitergeben statt wegwerfen
Ab November steht in Birsfelden das Thema Kleidung im Mittelpunkt.
Am 13. November 2026 können in der Alten Turnhalle beim Kirchmattschulplatz gut erhaltene und gewaschene Herbst- und Winterkleider sowie Schlafsäcke abgegeben werden. Einen Tag später, am 14. November, heisst es dann: stöbern, wird ein freiwilliger Beitrag von CHF 5.– empfohlen, der gespendet wurde. Auch die übrig gebliebenen Kleidungsstücke finden eine weitere Verwendung und werden weitergegeben. Alles wird also analog zur Frühlingsbörse gespendet, für Menschen, die keine Bleibe haben.
So wurde schon im Frühjahr aus nicht mehr benötigter Kleidung etwas Wertvolles für andere – ganz im Sinne eines bewussteren Umgangs mit Ressourcen.
Die Idee dahinter ist einfach: Was für die eine Person nicht mehr gebraucht wird, kann für eine andere genau das Richtige sein.
Auch darüber hinaus gibt es viele Möglichkeiten, Kleidung, Möbel, Haushaltsgegenstände oder Freizeitartikel weiterzugeben. Brockenstuben, Flohmärkte, Pumpipumpe und lokale Tauschbörsen gehören ebenso dazu wie Schweizer Plattformen wie Tutti oder Ricardo.
Nicht jeder Haushalt braucht eine eigene Bohrmaschine, Fonduegarnitur, Leiter, Heckenschere oder Campingausrüstung.
Mit Pumpipumpe entstand in der Schweiz eine besonders einfache Idee: Kleine Symbole am Briefkasten zeigen, welche Gegenstände Nachbarinnen und Nachbarn untereinander ausleihen können. Auch digitale Angebote machen Teilen einfacher. Über Plattformen wie «Fainin» oder Sharely können beispielsweise Werkzeuge, Freizeitgeräte oder andere Gegenstände ausgeliehen oder vermietet werden.
Lebensmittel geniessen statt wegwerfen
Ein weiterer wichtiger Bereich ist der Umgang mit Lebensmitteln.
Mit «Aufgabeln! 2026» stand dieses Thema in Birsfelden bereits im September im Mittelpunkt. Haushalte konnten ihren eigenen Food Waste messen und dadurch sichtbar machen, welche Lebensmittel im Alltag unnötig verloren gehen.
Doch Lebensmittelrettung kann das ganze Jahr über stattfinden.
Food-Waste-Netzwerk bringt Menschen und Betriebe zusammen, damit noch geniessbare Lebensmittel weitergegeben werden können. Auch öffentliche Kühlschränke, beispielsweise von Madame Frigo, ermöglichen es in vielen Schweizer Gemeinden und Städten, Lebensmittel kostenlos abzugeben und mitzunehmen.
Über Too Good To Go können wiederum überschüssige Lebensmittel von Bäckereien, Restaurants, Cafés und weiteren Betrieben vergünstigt abgeholt werden.
Und vieles funktioniert ganz ohne Plattform: Mahlzeiten vorausplanen, Reste verwerten, Lebensmittel richtig lagern und beim Mindesthaltbarkeitsdatum genau hinschauen.
Reparieren statt ersetzen
Auch ein Defekt muss nicht automatisch das Ende eines Gegenstands bedeuten.
In Repair Cafés helfen freiwillige Fachpersonen dabei, Haushaltsgeräte, Textilien, Elektronik, Spielzeug und andere Dinge wieder instand zu setzen. Dazu kommen Änderungsschneidereien, Schuhmachereien, Velowerkstätten und viele lokale Reparaturbetriebe.
Dadurch bleiben Produkte länger nutzbar und Ressourcen, Energie und Abfall können eingespart werden.
Manchmal ist eben gerade das Produkt besonders nachhaltig, das gar nicht erst neu produziert werden muss.
Fairer einkaufen, wenn etwas Neues gebraucht wird
Natürlich lässt sich nicht alles gebraucht kaufen, teilen oder reparieren.
Dann kann es helfen, beim Einkauf genauer hinzuschauen:
- Wer hat das Produkt hergestellt?
- Wie entstehen die Rohstoffe? Welche Preise erhalten Produzentinnen und Produzenten?
- Wie transparent ist die Lieferkette?
- Wie wird mit Mensch und Umwelt umgegangen?
Das kann etwas Aufwand bedeuteten. Heisst aber im Umkehrschluss teils auch bessere und klarere Qualitätsmerkmale.
Angebote vor Ort und in unserer Nähe
Genau hier setzt Fairer Handel an. Inzwischen gibt es in vielen Bereichen Unternehmen und Marken, die faire Arbeitsbedingungen, transparentere Lieferketten, ökologische Materialien oder Kreislaufwirtschaft stärker berücksichtigen. Häufig helfen dabei auch unabhängige Labels und Zertifizierungen bei der Orientierung.
- In Birsfelden bieten folgende Partnerinnen und Partner der Fair Trade Town Birsfelden entsprechende Produkte an: https://www.birsfelden.ch/de/birsfelden/wirtschaft/fair-trade-town.
Bei Lebensmitteln sind beispielsweise claro, gebana oder fairafric zu nennen. claro bietet nach eigenen Angaben ausschliesslich fair gehandelte Produkte an, gebana beteiligt Bauernfamilien bei mehreren Lieferketten zusätzlich am Verkaufspreis und fairafric produziert seine Schokolade vollständig in Ghana, damit ein grösserer Teil der Wertschöpfung im Ursprungsland bleibt.
Auch bei Kosmetik und Körperpflege gibt es unterschiedliche Ansätze. Marken wie Lavera, Weleda oder Ringana beschäftigen sich beispielsweise tiefergehend mit Naturkosmetik, Rohstoffen, Verpackungen, Recycling oder ressourcenschonenderen Produktionsweisen. Auch bestimmte Apotheken in unserer Nähe sorgen für Transparenz über Inhaltsstoffe. Dabei lohnt es sich, nicht nur auf Werbeaussagen zu achten, sondern auf Zertifizierungen, Herkunft und nachvollziehbare Informationen zur Lieferkette.
Bei Kleidung und Textilien gibt es ebenfalls Hersteller, die stärker auf ökologische und soziale Standards setzen. Ein Beispiel ist Stanley/Stella: Das Unternehmen verwendet unter anderem GOTS- und GRS-zertifizierte Materialien und ist Mitglied der Fair Wear Foundation. Daneben können auch Fair-Fashion-Marken, Second-Hand-Angebote und zertifizierte Textilien eine Alternative zu kurzlebiger Fast Fashion sein.
Bei Elektronik lässt sich Nachhaltigkeit wiederum anders denken. Fairphone setzt unter anderem auf besser nachvollziehbare Rohstoffe, Reparierbarkeit und eine möglichst lange Nutzungsdauer seiner Geräte. Plattformen wie refurbed verlängern die Lebensdauer bestehender Smartphones, Laptops und anderer Geräte, indem diese professionell aufbereitet und erneut verkauft werden.
Und schliesslich gibt es Geschäfte, die viele dieser Bereiche miteinander verbinden: Weltläden, Fair-Trade-Läden und spezialisierte Geschäfte wie der Sahara-Shop in Basel bündeln Produkte verschiedener Hersteller und machen fairen Handel damit direkt vor Ort sichtbar.
Die Beispiele sind bewusst nicht abschliessend oder werbend. Sie zeigen vielmehr, wie unterschiedlich fairer und nachhaltiger Konsum aussehen kann: durch faire Preise und Arbeitsbedingungen, mehr Wertschöpfung in den Ursprungsländern, zertifizierte Rohstoffe, langlebige Produkte, Recycling, Reparatur oder Wiederverwendung.
Schritt für Schritt in Birsfelden.
Wer genauer hinschaut, findet heute in fast jedem Konsumbereich Alternativen.
Weiteres Engagement ist bei Vereinen, wie Basel Wandel möglich.
So wird aus vielen kleinen Entscheidungen etwas Grösseres.
Fair handeln. Teilen. Weitergeben. Reparieren. Lebensmittel retten. Bewusst auswählen.
Denn Fair Trade Town ist nicht nur eine Auszeichnung – sondern eine Einladung an uns alle, immer wieder neu darüber nachzudenken, wie wir konsumieren.
Schritt für Schritt.
#meinbirsfelden






